Ein kräftiger und gesunder Beckenboden ist ein Kraftzentrum für den ganzen Körper. Er gibt inneren Organen Halt, er unterstützt eine gesunde Haltung und kann entscheidend zu einem positiven Körpergefühl beitragen. Eine geringe Wahrnehmung des Beckenbodens, Schwäche wie auch Verspannung oder mangelnde Koordination können die Ursache für unterschiedliche Krankheitsbilder sein.
Wir erstellen zunächst einen ausführlichen Befund und erarbeiten mit Ihnen gemeinsam einen individuellen Behandlungsplan. Bisher legte man in der Therapie den Fokus allein auf die Kraftsteigerung des Beckenbodenmuskels, gepaart mit zusätzlicher Kräftigung der umliegenden Muskulatur.
Darüber, dass andere als bisher angenommene Dysfunktionen der beteiligten Muskeln eine wesentliche Rolle spielen, besteht aufgrund von Forschungsergebnissen bereits seit den 90er Jahren Einigkeit – geringe Muskelwahrnehmung sowie Probleme der Koordination, der neuromotorischen Kontrolle und Steuerung müssen mit in Betracht gezogen werden. Mit einem spezifischen Rehabilitationsprogramm, das primär die Verbesserung individuell evaluierter Muskeldefizite als Ziel hat und sekundär eine funktionelle Integration ins tägliche Leben vorsieht, lassen sich Erfolge von 67% bzw. 78% bei Belastungs- und Dranginkontinenz bei Frauen erzielen. Eine Therapie bei Männern mit Blasenschwäche kann auf die gleiche Weise erfolgen, wobei hierzu noch keine Studien durchgeführt wurden. Siehe auch nächsten Punkt: Dynamisch rehabilitativer Ultraschall (DRUS)